Familienverband
Hundhausen

Julius Hundhausen

„Julius Hundhausen, ein Wein-Bauer aus Hermann, wurde am 13. April 1824 in der Nähe von Köln, Rhein-Provinz, Preußen, Deutschland (in Bergisch Neukirchen – Anmerkung des Übersetzers) geboren und war der Sohn von Johann Friedrich Hundhausen, ebenfalls ein gebürtiger Preuße, Deutschland. 

Julius, der letzte Überlebende der Familie, die ursprünglich 1840 eingewandert war und bis zum Herbst 1845 auf der Farm in Franklin County lebte, ging nach St. Louis, kam aber im Frühjahr 1846 wieder nach Franklin County zurück. Dort ließ er sich zusammen mit seinem Bruder Robert für den Mexikanischen Krieg zur Kompanie E der Ersten Missouri Kavallerie anwerben, die von Colonel Doniphan kommandiert wurde, und nahm an den Schlachten von Bracito und Sacramento teil und am gesamten Marsch des Doniphan’schen Regiments durch Mexiko bis zur Küste. 

Im Jahre 1848 kam er nach Hermann, wo er Wein anbaute; er hatte einen Weinberg von ungefähr vier Morgen. 

Er studierte Rechtswissenschaft und wurde einige Jahre vor dem Bürgerkrieg zur Advokatur zugelassen. Während seiner Zeit in Hermann hatte er die Position des Friedensrichters, des vorsitzenden Richters des Kreisgerichts und des Notars inne und war ein Mitglied der Verwaltungsbehörde der Stadt Hermann sowie der Schulbehörde für eine Reihe von Jahren. 1870 wurde er zum Sekretär des Gerichtsbezirks und zum Urkundenregistrator vom Kreis Gasconade gewählt; dieses Amt hatte er 8 Jahre inne.“

Übersetzt von Werner Hundhausen aus: ”Geschichte von Missouri - Kreise Franklin, Jefferson, Washington, Crawford und Gasconade, herausgegeben von der Goodspeed Publishing Company, Chicago, 1888. 

Julius Hundhausen heiratete dreimal, alle drei Trauungen wurden vom Vater des Bräutigams, Pastor Johann Friedrich Arnold Hundhausen durchgeführt: 

Julius Frau Clara in späteren Jahren

1. Fredericka Morlock, deren erster Mann Selbstmord begangen hatte. Datum der Hochzeit 19. September 1848. Datum der Scheidung Oktober 1867 Ihre drei Kinder starben früh. 

2. Charlotte Leimer geborene Ramsahl Datum der Hochzeit 24. November 1867 – unten ist die Heiratsurkunde abgebildet. Tod der Ehefrau am 28. August 1870 Ihre einzige Tochter starb früh. 

3. Clara Wilhelmine Holthaus – die Braut war 29 Jahre jünger als Julius. Datum der Hochzeit 22. Oktober 1872 – unten ist die Heiratsurkunde abgebildet.  

Von 9 Kindern starben zwei im Säuglingsalter, die übrigen 7 wurden alle über 80 Jahre alt. 

Julius Hundhausen war übrigens ein Vetter 1. Grades des lustigen Bonner Studenten Friedrich Wilhelm Hundhausen 

Von links nach rechts: stehend die Kinder Robert, Hermann, Fred und Flora; sitzend die Eltern Julius und Clara mit den Kindern


Julius Hundhausen im Amerikanischen Bürgerkrieg

 In der Zeitschrift „Der Wächter“ – Nachrichten aus dem historischen Hermann, Ausgabe Sommer 2019, erschien dieser Artikel über Ereignisse während des Amerikanischen Bürgerkrieges, die sich in der kleinen Stadt Hermann am Missouri und Umgebung abspielten. 

Übersetzung des englischen Textes von Corey Orr in Auszügen: 

Hermanns Krieg von Corey Orr Mit diesem Artikel möchte ich etwas Licht in die Lage unserer Gegend während des Bürgerkrieges bringen. Ich will einen Überblick über die Ereignisse geben, am Beispiel des Dienstes und der Erfahrungen einiger Bürger aus Hermann während dieser turbulenten Jahre. Ich glaube, daß meine Forschungsarbeit geholfen hat, das Bild des Krieges in der Umgebung unserer Stadt und unserer Region insgesamt klarzustellen. …… 

In Missouri waren es häufig kleinere Einheiten, manchmal nur eine einzige Kompanie von Soldaten, die beauftragt wurden, wichtige Eisenbahnlinien, Brücken oder Städte zu schützen, deren Gefährdung einen größeren regionalen Einfluß (auf das Kriegsgeschehen) gehabt hätte. Der Krieg hatte in Missouri eine sehr persönliche Qualität, wo sich Feinde unter Umständen kannten….

Der Krieg in Missouri wurde dominiert von kleinen Gruppen wie Buschräubern, Südstaaten-Sympathisanten und irregulären Soldaten, die während des ganzen Krieges die größte Bedrohung der Leute von Hermann und überhaupt des ganzen ländlichen Missouri waren. Obwohl es schwierig ist, ein Muster bei den einzelnen Grafschaften Missouris bezüglich ihrer Sympathie für die Union oder die Südstaaten auszumachen, so ist doch klar, daß Gasconade County an der westlichen Grenze der Unionssympathisanten lag. Osage, Callaway und Montgomery dagegen machten den östlichen Rand eines breiten Streifens von westlichem Territorium aus, das als „Little Dixie“ bekannt war. In dieser Region gab es viele Plantagen und Sklavenbesitzer. Hermann lag da gleich auf der anderen Seite des Flusses von Leuten, die die Stadt wegen der Deutschen, die für die Abschaffung der Sklaverei waren, nicht gerade liebten…

Mit dem Ausbruch des Krieges am 14. April 1861 hielt Missouri den Atem an. Während der Gouverneur Claiborne Jackson der Konföderation der Südstaaten beitreten wolle, gab es Unionssympathisanten unter Nathaniel Lyon, die Druck auf die Sezessionsparteien ausübten, was dazu führte, daß der Staat politisch in der Luft hing….

Vor diesem Hintergrund begann Hermann, seine eigenen Verteidigungskräfte zu mobilisieren und sich als Bastion der Sache der Union zu etablieren. Eine der ersten Aktionen des Gouverneurs Jackson war, die Entwaffnung der örtlichen Milizen zu befehlen. Hermanns lokale Jägerkompanie gehorchte zunächst, bewaffnete sich dann aber mit ihren eigenen Gewehren. Kurze Zeit später wurde die Heimwehr von Hermann gebildet. Julius Hundhausen wurde zum Hauptmann gewählt und gab am 18. Mai 1861 im Hermanner Volksblatt bekannt, daß er und seine Kompanie alles in ihrer Macht stehende tun würden, um Hermann vor einem möglichen Überraschungsangriff illegaler bewaffneter Banden zu schützen. Hauptmann Hundhausen bat außerdem fähige Bürger sich bereitzuhalten, seiner Kompanie bei der Verteidigung der Stadt zu helfen und ihre eigenen Waffen mitzubringen. 

Julius Hundhausen war eine natürliche Wahl für einen örtlichen Anführer in Kriegszeiten. Häufig wurden im Bürgerkrieg militärische Posten mit prominenten Bürgern besetzt statt mit Leuten, die irgendeinen wirklichen militärischen Hintergrund hatten. Das war auf beiden Seiten des Krieges so, und beide waren gleich unvorbereitet für einen solch massiven nationalen Konflikt. Hauptmann Hundhausen war in dieser Hinsicht außergewöhnlich, als erfahrener Veteran der Kompanie E der Ersten Missouri-Kavalerie, der in den Schlachten bei Sacramento und Bracito gekämpft hatte. Er und sein Bruder Robert waren mit dem berühmten Missourier Oberst Doniphan marschiert. Julius war auch Rechtsanwalt wie viele der jungen Offiziere der Kriegszeit.

Feuerwehr von Hermann, Julius sitzt in der vordersten Reihe als 2.von links

Die Familie Hundhausen war 1840 aus Preußen, aus der Nähe von Köln, nach Amerika gekommen. Die Hundhausens hatten zuerst in Franklin County gelebt und siedelten sich 1848 in Hermann an. Der Vater John Frederick Hundhausen war Absolvent der Theologischen Fakultät der Universität Marburg und hatte die Zulassung als Prediger des Wortes im Jahre 1813 von Napoleon Bonaparte erhalten. Er sollte später die Lutherische Kirche in Hermann begründen. Preußen hatte eine lange Tradition militärischer Befähigung, der Julius und Robert gerecht werden sollten, beide wurde schließlich Offiziere der Union in höheren Rängen.

Am 7. Juni 1861 wurden 100 Mitglieder für die Hermanner Heimwehr unter Hauptmann Hundhausen vereidigt. Unter diesen Mitgliedern waren Leutnant Charles Campbell Manwaring und Soldat George Husmann. Beide waren bekannte Weinhändler am Ort und betrieben zusammen eine Baumschule am Ostende der Stadt. .. Hermanns Heimwehr, offiziell als Kompanie A des Gasconade County Regiments der Missouri Freiwilligen Heimwehr bekannt, hatte Glück. Mehrere Männer mit wirklicher militärischer Erfahrung waren dabei, so Julius Hundhausen und George Klinge, der die aufgelöste Jägerkompanie geleitet und auch im Mexikanischen Krieg gekämpft hatte. Während sich viele wichtige Aspekte der Kriegführung und Technologie seit dem Mexikanischen Kriege geändert hatten, war Hauptmann Hundhausen immerhin mit den Anforderungen von Disziplin, Führung und stählerner Entschlossenheit vertraut, die für jede Streitmacht der Mitte des 19. Jahrhunderts notwendig waren. … 

Am 3. September 1861 nahm Hermanns Heimwehr an ihrem ersten Streifzug gegen ein sezessionistisches Lager in der Nähe von Georgetown teil, einem seither verlassenen Dorf an der Grenze der Grafschaften Franklin und Gasconade. Das Volksblatt berichtet, daß die Soldaten aus Hermann, zusammen mit anderen Heimwehrkompanien aus Gasconade, am frühen Morgen einen Zug nach Millers Landing bestiegen hätten, wo ein anderer Teil eines Heimwehrregiments aus Millers Landing unter einem Hauptmann Kallmann zu ihnen stieß. Julius Hundhausen war in der Zwischenzeit zum Oberstleutnant, sein Bruder Robert zum Oberst gewählt worden. Er kommandierte die Gasconade County Streitkräfte. Es ging darum, einen Teil der Gegend nach Farmen zu durchkämmen, die verdächtigt wurden, als Rebellenverstecke zu dienen. Die Unionskräfte zählten wohl 600 bis 700 Mann, obwohl die genaue Zahl nicht dokumentiert ist. Das vermutete Lager bei Georgetown wurde verlassen vorgefunden, aber eine Kompanie unter einem gewissen Hauptmann Matthews traf auf eine Schar von Rebellen von ungefähr 300 Mann. Nach einem kurzen Feuergefecht, bei dem beide Seiten geringe Verluste erlitten und nur ein paar Sezessionisten getötet wurden, flohen die Rebellen. Viele wurden von den Männern, die unter den Obristen Kallmann und Hundhausen dienten, aufgesammelt. Die meisten wurden während des Marsches freigelassen, aber einige wurden mit Hickorystöcken geschlagen, bis sie schwuren, „gute Unionsmänner zu werden“.

Nach dieser Expedition erfüllte die Heimwehr von Hermann verschiedene lokale Aufgaben und bewachte Eisenbahnlinien und Brücken, bis sie am 18. Januar 1862 in das Vierte Missouri Freiwilligen-Infantrieregiment aufgenommen wurde. Die Brüder Hundhausen behielten ihre Ränge als Oberst (Robert) und Oberstleutnant (Julius). Charles C. Manwaring wurde Hauptmann der Kompanie B desselben Regiments, bei dem George Husmann als Quartiermeister diente, zuständig für Nachschub und Versorgung